Deniz Yücel und Aslı Erdoğan erhalten den Leipziger Preis für Pressefreiheit

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Ein Zeichen der Solidarität – Deniz Yücel und Aslı Erdoğan erhalten den „Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien 2017“ der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig.

Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel und die türkische Journalistin Aslı Erdoğan werden in diesem Jahr gemeinsam mit dem mit 30.000 Euro dotierten Leipziger „Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien“ geehrt. Mit Deniz Yücel und Aslı Erdoğan wurden nach Ahmet Altan (2009), Nedim Sener (2015) sowie Can Dündar und Erdem Gül (2016) erneut Preisträger gewählt, die durch die türkische Justiz unter Präsident Erdoğan bedroht werden bzw. bereits inhaftiert sind. Durch die Wahl ihrer Preisträger solidarisiert sich die Medienstiftung mit allen aufgrund ihres Einstehens für eine freie Berichterstattung unter massiven Repressionen stehenden Journalisten in der Türkei.

„Mit der Vergabe unseres Preises an Deniz Yücel und Aslı Erdoğan ist ein Versprechen an den zum G20-Gipfel in Deutschland weilenden Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan verbunden. Seine Regierung und er werden die Forderung nach einer Rückkehr zur Pressefreiheit und nach Freilassung willkürlich verhafteter Journalisten ebenso wenig loswerden wie die Verantwortung für ihr politisches Handeln, für das sie eines Tages werden Rechenschaft ablegen müssen“, erklärt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig.

„Ein bekanntes Wort des Theologen Martin Niemöller endet mit der Zeile: ‚Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte‘. In diesem Sinne betont die Jury des Medienpreises, dass wir uns nicht an die Verfolgung von Journalisten in der Türkei gewöhnen werden“, bekräftigt Seeger. „Mit Deniz Yücel und Aslı Erdoğan ehren wir zwei Journalisten, die ernsthaft und streitbar ihrer Arbeit nachgehen, die das einstige Demokratieversprechen der türkischen Republik ernstnehmen und die wegen ihrer kritischen Berichterstattung durch eben diese Republik verfolgt werden.“

„Wir begrüßen die Wahl der Preisträger sehr“, sagt Lutz Kinkel, Geschäftsführer des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit in Leipzig. Kinkel weiter: „Präsident Erdoğan trampelt auf der Europäischen Charta für Pressefreiheit herum und entfernt sich damit immer weiter vom demokratischen Konsens Europas. Mit Gummiparagrafen versucht die türkische Justiz, oppositionelle Stimmen zum Schweigen zu bringen. Deniz Yücel ist einer von mehr als 150 inhaftierten Reporterinnen und Reporter. Wir müssen Präsident Erdoğan klarmachen: Journalismus ist kein Verbrechen.“

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