Istanbul: Der Große Basar blutet aus – bereits 600 Läden geschlossen

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Die türkische Tageszeitung Hürriyet meldet in ihrer heutigen Ausgabe, dass während der letzten Wochen etwa 600 Läden im Großen Basar in der Altstadt von Istanbul ihren Betrieb eingestellt haben. Geschuldet ist dies dem dramatischen Rückgang der Touristenzahlen. „Jetzt hat der touristische Blutverlust auch den Großen Basar erwischt“ titelt die Hürriyet.

Der Journalist Ceyhun Kuburlu schreibt in seinem Artikel, dass in dem Basar, der als einer der ältesten Märkte der Welt gilt, jetzt aus Mangel an Touristen viele Fensterläden geschlossen bleiben. In besseren Zeiten hätten gut und gerne eine halbe Million Menschen täglich den Großen Basar besucht, derzeit seien aber keine Geschäfte mehr möglich.

Von insgesamt etwa 3.600 Händlern im Großen Basar hätten knapp 600 ihre Geschäfte geschlossen. Der Vorsitzende des Händlerverbandes des Großen Basars, Hasan Firat, rechnet damit, dass bis Ende dieses Monats insgesamt 1.000, bis Ende des Jahres sogar 1.500 Händler schließen werden, so die Zeitschrift Hürriyet.

Tatsächlich ist die Zahl der Touristen in der Türkei in diesem Jahr bis einschließlich August um 30 Prozent fallen, für den Großen Basar ist aber inbesondere der Rückgang bei den Kreuzfahrtschiffen von Bedeutung. Hasan Firat: „Für Tausende von Touristen von Kreuzfahrtschiffen, die nach Istanbul kamen, war mindestens ein Besuch des Großen Basars unverzichtbar. Aber in diesem Jahr ist die Zahl der Schiffe stark zurückgegangen. Auch Messen und anderen Veranstaltungen brachten uns viele Kunden, heuer wurden viele abgesagt. Unsere Gewerbetreibenden hatten eigentlich erwartet, dass die schwierige Situation sich langsam bessern würde. Bis zu dem Putschversuch am 15. Juli.“

Der ARD-Journalist Kami Talyan nennt dies auf seiner Facebook-Seite „Türkei Unzenziert !!“ zu recht eine Horrormeldung.

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Michael Lucan

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