Wiedervereinigung ist machbar: „Ein Englischer Garten“

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„Wiedervereinigung ist machbar“ – Das ist schon ein eigenartiger Titel, den die Verantwortlichen beim Projekt „Ein Englischer Garten“ sich ausgedacht haben für den Plan, den nördlichen und südlichen Teil des Englischen Gartens wieder zu vereinigen. Und zwar, indem man den Isarring, der den Garten seit Jahrzehnten teilt, eine Etage tiefer legt, indem man daraus einen Tunnel macht.

Innenminister Herrmann mit dem 2. Bürgermeister Schmid, Hermann Grub und Petra Lejeune-Grub, Heimat- und Finanzminister Söder und Kultusminister Spaenle über der 'Narbe', die den Englischen Garten teilt.
Innenminister Herrmann mit dem 2. Bürgermeister Schmid, Hermann Grub und Petra Lejeune-Grub (Initiative Ein Englischer Garten), Heimat- und Finanzminister Söder und Kultusminister Spaenle über der ‚Narbe‘, die den Englischen Garten teilt.

Immerhin ein Projekt, dass nicht nur bei den Münchnerinnen und Münchnern Gefallen und Unterstützung findet, sondern auch auf politischer Ebene – abgesehen von den Münchner Grünen.

In diesm wetterfesten Häuserl versteckt sich ein 3-D-Modell der geplanten Untertunnelung
In diesm wetterfesten Häuserl versteckt sich ein 3-D-Modell der geplanten Untertunnelung

Am Donnerstag letzter Woche traf sie sich, die politische Ebene, direkt an einer Brücke über den Isarring, um das Projekt, das – durch einen Stadtratsbeschluss vom Februar 2014 befeuert -, nun langsam Formen annimmt, unter anderem auich mit einem Modell der ganzen Straßensituation öffentlich zu präsentieren.

Wir haben ja hier eine Narbe, eine wirkliche Narbe, die in München ist. Und ich glaube auch, alle, die das vor 40, 50 Jahren verursacht haben, sind heut’ der Auffassung, das man diese Narbe eigentlich beseitigen müsste,“ das sagte unser Heimat- und Finanzminister Markus Söder am Donnerstag und fuhr fort: „Dieses Projekt, um das es heute geht, ist einerseits eine Verbesserung der Verkehrssituation. Denn man muss ja davon ausgehen: Die Landeshauptstadt wächst weiter. Damit wird der Verkehr auch wachsen. Deswegen ist flüssiger Verkehr auch aus ökologischen Gesichtspunkten, aber auch für die Lebensqualität ganz entscheidend in München. Aber das ist nur der eine Teil.

Innenminister Joachim Herrmann, Heimat- und Finanzminister Markus Söder mit Josef Schmid, Zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt München stellen das Projekt „Ein Englischer Garten“ vor
Innenminister Joachim Herrmann, Heimat- und Finanzminister Markus Söder mit Josef Schmid, Zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt München stellen das Projekt „Ein Englischer Garten“ vor

Der andere ist, dass der Englischen Garten vielleicht die bedeutendste Gartenanlage in Deutschland ist, in Bayern auf jeden Fall, dass er bislang geteilt ist.

Und die Initiative ‚Ein Englischer Garten’, die seit vielen Jahren dafür kämpft – mit vielen anderen – hat zu recht darauf hingewiesen, das es darum geht, wieder etwas zusammen zu führen, was – ja ! – man kann’s sagen: zusammen gehört.
Ein Englischer Garten. Das ist die grüne Lunge Münchens. Es ist die Verkörperung des Münchner Lebensgefühls. Hier fühlen sich alle wohl. Und hier ist einer der besten Treffpunkte.

Und in einer wachsenden, boomenden City wie München, wo man diskutiert, was am Stadtrand alles für Gewerbe entsteht, ist dieser Englische Garten auch tatsächlich Erholung pur.

Und wir führen das jetzt wieder zusammen. Wir schaffen jetzt dann am Ende einen Park von über fünf Kilometer Länge, ohne Verkehrsplan, zu nutzen. Und damit etwas herzustellen, was für die Menschen in München von ganz besonderer Bedeutung ist.

Zur Zeit liegt die Kostenschätzung für das Wiedervereinigungs-Projekt bei atwa 125 Mio. EUR, der Freistaat Bayern würde hierzu durch einen Zuschuss von etwa 35 Mio. EUR beitragen. Ob es aber dazu kommt, darüber muss der Stadtrat nun erneut entscheiden, mit einem Baubeginn wäre bestenfalls in fünf bis sechs Jahren zu rechnen. Vielleicht erleben wir es noch.

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Michael Lucan