Solidaritätsaktion in Leipzig für in der Türkei inhaftierte Journalisten

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Foto: © Andreas Lamm/ECPMF

Das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) und Can Dündar haben heute als Solidaritätsaktion für inhaftierte türkische Journalisten 130 Ballons in den Leipziger Himmel steigen lassen.

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Foto: © Andreas Lamm/ECPMF

Im Rahmen der diesjährigen European Media Freedom Conference versammelten sich die etwa 100 internationalen Teilnehmer und Gäste des Zentrums auf dem Mediencampus Villa Ida in Leipzig, um ein Zeichen der Solidarität für ihre inhaftierten Kollegen zu setzten. Zusammen mit Can Dündar, der am 7. Oktober 2016 von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig mit dem Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien ausgezeichnet wird, appellierten sie: „Free the Journalists – Freiheit für Journalisten!“

Dazu Jane Whyatt, Leiterin des ECPMF: „100, 120 oder 140 – wir und selbst unsere Kolleginnen und Kollegen in der Türkei können der rasant steigenden Zahl der inhaftierten Journalisten kaum noch folgen. Ihre Freiheit wurde ihnen nicht genommen, weil sie ein Verbrechen begangen haben – sondern weil sie ihrer Arbeit nachgegangen sind. Sie waren kritisch, haben Fragen gestellt und unbequeme Themen wie Korruption untersucht. In Demokratien befürwortet man solche Debatten eigentlich. In der Türkei macht es Journalisten zu Terroristen.

Die Journalistin Sevgi Akarçeşme erzählte uns auf dieser Konferenz, dass sie sich glücklich schätzen kann, bereits seit sechs Monaten im Exil zu sein – denn so, sagte sie, ginge es ihr besser als vielen, die nun in der Türkei permanent bedroht werden.

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Foto: © Andreas Lamm/ECPMF

Oder dort festsitzen – denn ihre Pässe wurden annuliert. Sie können das Land nicht verlassen – wie es bei Dilek Dündar, Can Dündars Ehefrau genau so der Fall ist wie bei Erdem Gül, der darum nicht hier sein kann, um den Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien zusammen mit seinem Kollegen entgegenzunehmen. Can Dündar bezeichnete die Türkei darum als „ein offenes Gefängnis“.

Wir wollen darum nicht nur an die Zahl der Inhaftierten denken, sondern an die Menschen und Geschichten dahinter. An Familien und Freunde der Inhaftierten, die ebenfalls leiden.

Für sie, für jeden der in der Türkei inhaftierten Journalisten lassen wir einen Ballon frei. Ein symbolischer Akt, an den wir jedoch mit vereinten Stimmen einen lauten Appell an die Türkei und die Europäische Union richten. Medienfreiheit und andere Menschenrechte müsse wiederhergestellt und respektiert werden. Freiheit für Journalisten – Free the journalists!“

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Redaktion